Wer genau hinhört und hinsieht auf die alten Südtiroler Sitten und Bräuche, erkennt den großen Atem der Natur, der Berge und der Jahreszeiten. Wer etwas feiner hinspürt, erfährt viel von den Ängsten und Sorgen des einst sehr entbehrungsreichen und harten Lebens der Bergbauern an den so wunderbar wilden Hängen zu Füßen der Dolomiten, des Ortlergebirges und des Alpenhauptkamms. Der blaue Schurz des Bauern, der Filzhut des Jägers und die alten Gerätschaften der Handwerker zeugen von Arbeit und Leben in den Bergen. Die prunkvollen Sonntagstrachten erzählen von der Lebensfreude und -kraft unseres eigenwilligen Volkes. Die zahlreichen Sagen und Legenden überliefern die wechselhaften Geschicke dieses Landes. Mit jeder neuen Zu- und Durchwanderung fremder Völker aus dem Norden oder dem Süden erfuhren die hiesigen Sitten eine Bereicherung, veränderten sich, bekamen eine neue Bedeutung.